Neues Europäisches Bauhaus
Das Zeitzer Zimmer ist Teil des NEB Reallabor ZEKIWA Zeitz. Dieses ist ein dreijähriges Forschungsprojekt im Rahmen des europäischen Programms „New European Bauhaus“ (NEB) und des „Just Transition Fund“ der EU. Es verfolgt das Ziel, nachhaltige Lebens- und Arbeitsweisen zu fördern und sozial gerechte Transformationsprozesse zu unterstützen.
Die ehemalige Kinderwagenfabrik ZEKIWA in Zeitz wird hierbei zu einem Modellstandort für nachhaltige Nutzungskonzepte, kreative Gemeinschaft und innovative Formen des Zusammenarbeitens entwickelt. Zeitz, geprägt von tiefgreifendem Strukturwandel und wirtschaftlichen sowie sozialen Herausforderungen (Bevölkerungsrückgang, Leerstand, fehlende Infrastruktur), bietet hierfür ein ideales Umfeld, um nachhaltige und innovative Lösungen beispielhaft zu erproben.
Das Neue Europäische Bauhaus hat die drei Grundprinzipien nachhaltig, schön und gemeinschaftlich zu sein — dieser Anspruch wird auch an die Möbel des Zeitzer Zimmers gestellt.
Zeitzer Zimmer

„Wir gestalten zukunftsfähige Möbel, die fexibel einsetzbar, reparierbar und gemeinschaftsfördernd sind.“
Das „Zeitzer Zimmer“ ist ein offenes Gestaltungskonzept für Möbel und Innenräume, das gemeinschaftliches Bauen, Lernen und Nutzen miteinander verbindet. Im Zentrum steht die Idee einfacher, modular aufgebauter Holzmöbel, die von unterschiedlichen Menschen selbst hergestellt, angepasst und weitergedacht werden können.
Über zugängliche Baupläne, eine digitale Plattform sowie die Zusammenarbeit mit Handwerk, Forschung und Material-Hubs entsteht ein Kreislauf aus Entwerfen, Umsetzen und Weiterentwickeln. So können aus denselben Möbeln private Wohnsituationen, wie auch gemeinschaftlich genutzte Orte entstehen.
Das „Zeitzer Zimmer“ zeigt damit exemplarisch, wie nachhaltiges, sozial verankertes Design durch Teilhabe und geteiltes Wissen entstehen kann und wie Menschen ihre gebaute Umwelt aktiv mitgestalten.
Ziele und Anforderungen:
• Modulare, flexible und multifunktionale Möbel, die vielfältige Nutzungsszenarien unterstützen
• Nachhaltigkeit durch langlebige, robuste Materialien und regionale Produktion
• Förderung von Gemeinschaft und aktiver Bürgerbeteiligung durch funktionale, ästhetisch ansprechende Gestaltung
• Entwicklung eines transferierbaren open-source Möbelkatalogs, der auch in anderen Regionen mit ähnlichen Herausforderungen angewendet werden kann
Ansatz E-DIY
educated, empowered, equipped, enabled Do-it-yourself
Warum eDIY?
Etwas mit den eigenen Händen zu bauen, ist aktivierend und kann ein tiefes Wirksamkeitserleben auslösen. Wenn es dann noch von Erfolg gekrönt ist, macht man die Erfahrung: Ich kann selbst gestalten, ich kann Einfluss nehmen, ich muss die Dinge nicht für gegeben hinnehmen. Das ist Strukturwandel im ganz Kleinen. Bringt man jetzt verschiedene Akteur*innen einer Region aus den Bereichen Handwerk, Design, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gegenseitig Wissen, Können und Ressourcen auszutauschen, dann kann größeres entstehen.
„Gib jemandem einen Hocker und er hat ein Möbel. Lehre ihn, einen Hocker zu bauen und er gestaltet seine Welt selbst.“
Mit dem Konzept des eDIY – educated Do It Yourself – wollen wir einen Zwischenraum öffnen: Zwischen Laien und Profis, zwischen Werkstatt und Hochschule, zwischen Wissen und Machen. Es geht darum, Menschen zu befähigen, eigenständig und zugleich gemeinschaftlich Dinge zu gestalten – Dinge, die relevant sind für ihr Leben und ihre Umgebung.